Trekkingplätze in Deutschland: legal im Wald zelten
Trekkingplätze erlauben legales Zelten mitten im Wald. Welche Regionen sie haben, wie Buchung und Preise funktionieren und was Sie mitnehmen sollten.
ReisenVeröffentlicht
Trekkingplätze sind der legale Weg, in Deutschland im Wald zu zelten. Es handelt sich um kleine, bewusst einfach gehaltene Lagerplätze abseits von Straßen und Ortschaften, die Wanderer für eine Nacht online buchen. Da das Zelten außerhalb von Campingplätzen in fast allen Bundesländern verboten oder stark eingeschränkt ist, sind sie die einfachste Möglichkeit, unter Bäumen zu schlafen, ohne gegen das Waldgesetz zu verstoßen.
Was einen Trekkingplatz ausmacht
Naturparks, Forstämter oder Tourismusverbände richten an ruhigen Stellen im Wald einige wenige Plätze ein. Jeder bietet Raum für ein paar Zelte, häufig auf einer Holzplattform oder einer eingeebneten Fläche. Viele haben eine Komposttoilette und eine Feuerstelle, fast keiner einen Wasseranschluss. Mit dem Auto kommt man nicht hin, oft liegt der nächste Parkplatz mehrere Kilometer entfernt.
Die Regeln ähneln sich überall:
- eine Nacht pro Platz, teils begrenzte Zahl aufeinanderfolgender Buchungen
- Höchstzahl an Zelten und Personen
- Ankunft am Nachmittag, Abreise am Vormittag
- keine Musik, keine Aggregate, keine Fahrzeuge
- alles, was mitgebracht wird, wird wieder mitgenommen
Die wichtigsten Regionen
Laut Outdoor-Fachpresse gibt es inzwischen deutlich mehr als 150 Trekkingplätze in Deutschland (Stand 2026), und jedes Jahr kommen neue hinzu.
| Region | Bundesland | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Pfälzerwald | Rheinland-Pfalz | Eines der ältesten Netze, rund 15 Plätze im Biosphärenreservat, Saison etwa April bis Oktober |
| Schwarzwald | Baden-Württemberg | Mehrere Netze im Nord-, Mittel- und Südschwarzwald, Saison meist Mai bis Oktober |
| Eifel | NRW, Rheinland-Pfalz | Zahlreiche Naturlagerplätze mit Holzplattformen im Naturpark Hohes Venn–Eifel |
| Frankenwald | Bayern | Kleines Netz von Trekking-Camps entlang der Fernwanderwege |
| Sauerland | Hessen, NRW | Plätze entlang zertifizierter Wege wie Diemelsteig und Uplandsteig |
Daneben gibt es kleinere Netze und einzelne Plätze in weiteren Regionen. Da sich die Liste schnell ändert, lohnt ein Blick auf die Seiten der Naturparks und regionalen Tourismusverbände. Viele Plätze liegen in oder neben den Gebieten, die wir unter Wildnisgebiete in Deutschland vorstellen.
Österreich und Schweiz
In Österreich und der Schweiz ist das Modell weniger verbreitet. Dort gibt es eher Biwakplätze, Naturlagerplätze von Gemeinden oder Hütten der Alpenvereine. Wie die Rechtslage in den Nachbarländern aussieht, steht in unserem Überblick Wildcampen in Europa: Regeln je Land.
So funktioniert die Buchung
Jede Region betreibt ihr eigenes System, der Ablauf ist aber fast immer gleich:
- Platz und Datum auf der Buchungsseite der Region wählen.
- Online bezahlen. Im Pfälzerwald kostet eine Nacht 18 Euro pro Zelt für eine bis drei Personen (Saison 2026), andere Regionen liegen in einer ähnlichen Größenordnung.
- Bestätigung mit Koordinaten und Platzordnung erhalten.
- Bestätigung ausgedruckt oder auf dem Handy dabeihaben, falls jemand kontrolliert.
An Sommerwochenenden sind beliebte Plätze oft Wochen im Voraus ausgebucht. Unter der Woche und in der Vor- und Nachsaison ist die Auswahl deutlich größer. Außerhalb der Saison, meist von November bis März, sind die Plätze in vielen Regionen geschlossen. Stornierungsbedingungen unterscheiden sich ebenfalls; lesen Sie sie vor der Buchung, falls das Wetter umschlägt.
Was Sie mitnehmen sollten
Ein Trekkingplatz ist näher am Wildcampen als am Campingplatz. Sie brauchen die komplette Leichtausrüstung: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Stirnlampe, Wasser und Müllbeutel. Eine ausführliche Liste finden Sie in unserer Ausrüstungsliste für Wildnistouren.
Besonders wichtig auf deutschen Trekkingplätzen:
- Wasser: für Abendessen und Frühstück zwei bis drei Liter pro Person einplanen.
- Toilettenpapier und Beutel: Komposttoiletten sind nicht immer bestückt.
- Kompaktes Zelt: Plattformen messen oft nur etwa drei mal drei Meter.
- Offline-Karte: Der Handyempfang im Wald ist lückenhaft, siehe Offline-Karten und Navigation.
Rücksicht auf dem Platz
Trekkingplätze gibt es nur, weil Waldbesitzer und Forstverwaltungen Wanderern vertrauen. Ab der Dämmerung ist Ruhe angesagt, Feuer nur in der vorhandenen Stelle, kein Holz von lebenden Bäumen, und den Platz sauberer verlassen, als man ihn vorgefunden hat. Die Grundsätze aus unserem Ratgeber Spurenlos im Wald unterwegs gelten hier uneingeschränkt.
Mehrere Plätze zu einer Tour verbinden
In einigen Regionen liegen die Plätze etwa eine Tagesetappe auseinander. So lässt sich ein langes Wochenende zu einer echten Trekkingtour ausbauen, ganz ohne Fernreise. Anregungen für passende Fernwege liefert unser Überblick über mehrtägige Waldwanderungen. Die meisten Regionen sind zudem mit Bahn und Bus erreichbar, was den Rückweg zum Auto erspart.
Rechtlicher Hintergrund
Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt das Betreten der freien Landschaft, aber nicht das Zelten. Die Landeswaldgesetze verbieten das Zelten im Wald außerhalb dafür vorgesehener Flächen in aller Regel; einzelne Bundesländer haben Ausnahmen für eine Nacht außerhalb des Waldes. Trekkingplätze sind genau solche vorgesehenen Flächen. Dieser Abschnitt ist ein Überblick und keine Rechtsberatung.
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Häufige Fragen
Kann ich ohne Buchung auf einen Trekkingplatz?
In aller Regel nicht. Fast alle Regionen verlangen eine Online-Buchung, die Koordinaten kommen erst mit der Bestätigung. Ranger und Forstleute kontrollieren stichprobenartig.
Was kostet eine Nacht?
Die Preise legt jede Region selbst fest, meist pro Zelt und Nacht. Veröffentlicht sind 2026 überwiegend Beträge zwischen etwa 10 und 20 Euro; im Pfälzerwald sind es 18 Euro pro Zelt für bis zu drei Personen. Maßgeblich ist immer die jeweilige Buchungsseite.
Gibt es Trinkwasser?
Meist nicht. Nehmen Sie das Wasser für Abend und Morgen mit oder prüfen Sie in der Platzbeschreibung, ob es eine Quelle oder einen Ort in der Nähe gibt. Wasser aus Bächen sollten Sie vor dem Trinken aufbereiten.
Darf ich ein Lagerfeuer machen?
Nur in der vorhandenen Feuerstelle und nur, wenn die Waldbrandgefahr es zulässt. Viele Regionen sperren die Feuerstellen bei Trockenheit, manche Plätze haben gar keine.
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